Nachdem im Jahre 1841 durch einen verheerenden Brand das gesamte Anwesen in Schutt und Asche gelegt worden war, baute man 1842 nicht nur das seit 1492 betriebene Gasthaus wieder auf, sondern errichtete gleichzeitig eine Bierbrauerei.
1841, als man sich entschlossen hatte, eine Brauerei zu errichten, kam der damals 25 jährige Franz Schnaitl zu Kasper Moser in Henndorf zur Erlernung des Brauhandwerkes und im Jahr darauf zum Augustinerbräu nach München.
Franz Schnaitl, 1817-1896, Bräu zu Gundertshausen, Gründer und erster Braumeister der Innviertler Biermanufaktur
Maria Theresia Schnaitl, 1834-1916, geb. König, Gattin von Franz Schnaitl - Gründer der Innviertler Biermanufaktur
1843 machte Franz Schnaitl sein erstes Gebräu in Gundertshausen, bescheidene 36 Eimer. 1846 wurden 6.000 Eimer gebraut und 1852 bereits 13 Wirte beliefert. Von 1857 bis 1862 braute Franz Schnaitl in der Brauerei Würzingers in Neukirchen. Der damals 45 jährige heiratete die 27 jährige Theresia König, Bräuerstochter aus Fillmannsbach. Doch schon ein Jahr nach der Hochzeit versetzte ein Brand, der die Ökonomiegebäude einäscherte, das jungvermählte Paar in tiefen Schrecken.
Zum Glück waren Brauerei und Gasthof gerettet worden. Doch der Brand konnte Franz Schnaitl nicht aufhalten. Er erweiterte seinen Besitz ganz wesentlich, und ließ 1874 die Straße über den Weinberg auf die heutige Höhe bringen. Um diese Zeit traf Herrn Schnaitl ein schwerer Schicksalsschlag.
Eine Lähmung an den Beinen fesselte ihn 23 Jahre an den Rollstuhl, bis der hochgeachtete Mann am 25. März 1896 verschied. Er hinterließ seinen einzigen Sohn Matthias und seine Frau Maria Theresia Schnaitl, die ihm am 24. Juni 1916 folgte.
Am 19. November 1895, also noch vor dem Tod des Vaters, übernahm Matthias Schnaitl den gesamten Besitz und führte am 18. Mai 1896 Anna König, Bräuerstochter aus Fillmannsbach, zum Traualtar. Auch der erste Matthias aus dem Geschlecht der Schnaitl trug den Geist und die Tüchtigkeit seines Vater in sich. So vermochte er durch Vergrößerung und Verbesserung des Betriebes trotz großem Konkurrenzdruckes den Jahresumsatz zwischen 1896 und 1910 von 6500hl auf 13000hl zu verdoppeln.
Wie schon seinem Vater, gelang es auch ihm den Besitz um etliches zu vergrößern. Zwei Brände zu Lebzeiten, sowohl durch Blitzschlag die Wirtschaftsgebäude 1908 als auch die Scheunen an der Bundesstraße 1911 konnten ihn von seinem Weg nicht abbringen. Aus der Ehe mit Anna entsprossen vier Kinder: Franz nach dem Großvater, Matthias nach dem Vater, Theresia nach der Großmutter und Anna nach der Mutter benannt.
Nach dem ersten Weltkrieg, beide Söhne kämpften als Frontsoldaten, starb am 24. Oktober 1919, völlig unerwartet Matthias Schnaitl der (I.). Seine Anna überlebte ihn um mehr als 29 Jahre und starb am 22. Jänner 1949.
Maria Schnaitl, 1904-1983, geb. Heuberger, Thalgau Gattin von Ing. Matthias Schnaitl (II.) 1896-1959
Im Jahre 1922 gründete der 26 jährige mit vier Nachbarn ein Elektrokonsortium und ließ den Strom von Michaelbeuern über Moosdorf nach Gundertshausen leiten. Vor 62 Jahren erstrahlte das elektrische Licht erstmals auf unserem Gemeindegebiet. 1925 brachte zwei bedeutende Veränderungen in sein Leben: Ehestand und Alleinveranwortung über Betrieb und Besitz. Am 25. Mai 1925 feierte er Hochzeit mit Maria Heuberger, Tochter des Sägewerkbesitzers Augustin Heuberger in Thalgau. Der Ehe entsprossen sieben Kinder: Felizitas, Lotte, Annemarie, Auguste, Theresia, Matthias und Christine.
Das familäre Glück konnte jedoch nicht über die wirtschaftlich schlechten Zeiten hinwegtäuschen. 1930 sank der Jahresumsatz unter 5000hl. Erst 1956 stieg er wieder über 10000hl an. Gegen Ende seines Lebens traf den totkranken Mann noch ein großer Schrecken. Am 28. Juli 1958 brach im Wirtschaftsgebäude über den Stallungen ein Brand aus, der zum Glück lokalisiert und gelöscht werden konnte.
Mit dem zweiten Matthias, er starb am 13. Februar 1959, sank ein Mann ins Grab, dem im Leben trotz vieler Schwierigkeiten seine Tüchtigkeit, sein lauterer Charakter und ein konziliantes Wesen, Ansehen, Achtung und Beliebtheit brachte. Am 20. April 1983 starb Maria Schnaitl. Sie war wohl die letzte Brauersgattin, die nach alter Gepflogenheit von Betriebsangestellten und Hausgesinde noch respektvoll mit "Frau" angesprochen wurde.
Ing. Matthias Schnaitl übernahme 1959 mit 23 Jahren den Brauereibetrieb, und setzte Akzente, die den wirtschaftlichen Notwendigkeiten entsprachen. So wurde 1960 die Fa. J. Ober/Braunau erworben (Limo-Soda), um die Almdudlerkonzession zu erhalten. 1965 nahm man den Neubau des "Schnaitl-Bräu" in Angriff, welches bereits 1968 neu eröffnet wurde. 1972 folgte der Bau einer modernen Flaschenfüllerei. Für die Umstellung von Holz- auf Stahlfässern waren logistische und dispositive Gründe ausschlaggebend. Es folgten Übernahmen der Brauereien Riegerting 1981, Höhnhart 1983 und Noppinger 1985. Abseits der Brauerei investierte Ing. Matthias Schnaitl viel Energie zur Heimatpflege. So übergab er der Gemeinde Eggelsberg per Stiftung das Heimathaus Rauhberg, und ließ 1984 das Bräukircherl restaurieren, welches durch Bischof Maximilian Aichern eingeweiht wurde.
Im Jahr 1987 zeigte sich das Bürogebäude mit hervorragenden infrastrukturellen Einrichtungen in neuem Glanz.
Nachdem die Brauerei komplett umgebaut, bzw. neu gebaut wurde, konnten durch die nun erreichte Qualität unzählige Prämierungen und Auszeichnungen erobert werden. 1988 begann es
mit der Goldmedaille der Monde Selection, die auf Anhieb erreicht wurde. 1989 gelang wohl der größte Erfolg der Brauerei in den letzten 150 Jahren. Die Zeitschrift "Konsument" kürte das Schnaitl Pils zum "besten Pilsbier" Europas. Es folgte 1991 und 1992 wiederum die Goldmedaille bei der Monde Selection. Im Jahre 1991 wurde, um die Qualität beim Faßbier langfristig zu sichern eine neue vollautomatische Faßfüllanlage angeschafft und mit einer kleien Feier eingeweiht. 1992 feierte die Brauerei ihr 150jähriges Bestandsjubiläum mit einem großartigen 3 Tage Fest mit allen Gastronomiekunden, der Gemeindebevölkerung und allen Schnaitl Bier Liebhabern.
Die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft waren gestellt.